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Kulturtrio hinterlässt große Fußstapfen

Von Lieselotte Scheewe, Syker Kurier vom 20.03.2018

Kultur in Bassum, das waren Gudrun Lösche, Claus Ulbrich und Berthold Kollschen. Das Trio des Kulturforums beendet nun sein Engagement. Warum sie aufhören und wie es in Bassum weitergehen soll.

Bürgermeister Christian Porsch (v.l.), Berthold Kollschen, Gudrun Lösche, Stadtkämmerin Anke Schulz und Claus Ulbrich blicken auf sechs Jahre gemeinsame Zusammenarbeit zurück.(Foto: Jonas Kako)

Sie haben in Bassum ein Kulturprogramm auf die Beine gestellt, das sich gewaschen hat. Gudrun Lösche, Claus Ulbrich und Berthold Kollschen organisierten sechs Jahre lang ehrenamtlich Konzerte, Lesungen, Tanznächte, Frühschoppen und das Talk-Format "Bassum-Talk". Damit soll nun Schluss sein. "Wir hören auf", verkündigten die Drei am Montag im Bassumer Rathaus.

Der Grund dafür ist, wie bereits kurz berichtet, vor allem das Alter. In den sechs Jahren haben Lösche, Ulbrich und Kollschen 91 Veranstaltungen organisiert und damit neun bis 10 000 Besuchern Kultur in Bassum geboten. Das letzte Konzert der Drei wird am 15. Juni der Abend mit Klaus Irmscher sein. Danach solle dann Zeit für etwas anderes sein, für Reisen, für den Garten und weiter für die Kultur – nun aber nur als Konsumenten. "Wenn der Kuchen am besten schmeckt, sollte man aufhören zu essen. Und mit 70 verdirbt man sich bekanntlich den Magen mit zu viel Kuchen", sagte Claus Ulbrich. Ihnen sei aber, fügt sein Kollege Kollschen hinzu, die Entscheidung nicht leicht gefallen. "Wir hatten große Freude an der Arbeit und haben in der Zeit viele interessante Künstler kennengelernt", betont Ulbrich. Auch als Trio hätten die Drei immer gut funktioniert, sich gut ergänzt. "Es gab keinen Streit oder Ähnliches, wir sind richtig zusammen gewachsen", sagte Kollschen.

Mit dieser Nachricht des Trios steht die Stadt nun vor der großen Frage: Wie geht es weiter mit dem Kulturangebot in Bassum? "Ich musste erst einmal durchatmen, als ich das hörte", sagte Bürgermeister Christian Porsch. Aber, das betonte er auch, bei ehrenamtlicher Arbeit stehe es jedem und jeder zu, selbst zu bestimmen, wann er oder sie aufhören möchte. Porsch erinnert sich noch genau daran, wie die Zusammenarbeit anfing. Lösche, Ulbrich und Kollschen hatten sich selbst bei der Stadt gemeldet und als Erstes, und dies auch ganz deutlich, ihre Bedingungen klar gemacht. Darauf folgte eine, so sehen es alle Akteure, angenehme und bereichernde Zusammenarbeit zwischen dem Kulturforum und der Stadt.

"Wir wurden in unserer Arbeit immer unterstützt aus dem Rathaus, vor allem geht unser Dank an Herrn Porsch, an die Kämmerin Anke Schulz und eigentlich das ganze Team", sagte Kollschen und machte zudem auf die "wunderschönen Orte für Kulturveranstaltungen in Bassum" aufmerksam. Da seien die Kulturbühne mit Flügel, das Vorwerk mit dem Park der Freudenburg als besondere Open-Air-Bühne und die Kirchen. Für die Organisatoren sei aber bei aller Freude auch so manche schlaflose Nacht dabei gewesen. "Kommen die Leute? Kommt der Künstler? Das ist auch mit einem gewissen Druck verbunden", erzählte Kollschen.

Porsch hob die Vielfältigkeit und das hohe Niveau der Veranstaltungen hervor. "Die Drei haben sich nicht in einem Genre festgelegt und waren frei und jung in ihren Gedanken", betonte er. Damit hätten sie viele Geschmäcker angesprochen und ein breites Publikum erreicht. "Wir haben unsere Arbeit der Kultur wegen und mit viel Herzblut gemacht", sagte Gudrun Lösche.

Wie genau es jetzt weitergeht, das weiß Christian Porsch im Moment noch nicht. Nur, dass es weiter geht mit der Kultur in Bassum, das ist für ihn klar. "Wir wollen weiterhin gute und niveauvolle Kulturarbeit anbieten", sagte er. Als hervorragender weicher Standortfaktor für die Stadt solle es das vielfältige Programm weiter geben. Porsch wünscht sich deshalb einen nahtlosen Übergang, und möchte möglichst wieder Ehrenamtliche finden, die Lust haben sich zu engagieren und die Arbeit des Kulturforums weiter zu führen. Viel Herz, viel Zeit und Interesse an Kultur, Vielschichtigkeit und Offenheit, das müssten die Nachfolger mitbringen. Das Kulturforum bietet an, eine ordentliche Übergabe zu ermöglichen und ihnen ein "Start-Up-Paket" mitzugeben. 20 000 Euro sind als Jahresbudget für das Kulturprogramm eingestellt. "Plus Sponsoring", wie Anke Schulz betont.

Eine hauptamtliche Stelle für den Kulturbereich der Stadt zu schaffen, sei derzeit nicht vorgesehen. "Es ist hervorragend gelaufen mit den Ehrenamtlichen, warum sollten wir die nicht wiederfinden", sagte Porsch. Wenn das keinen Erfolg habe, dann könne man immer noch weiterüberlegen.

Weitere Zeitungsartikel zu dem Thema haben wir unter "Presse" eingestellt.

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